Die Zitrone: Das saure Wunder mit großer Wirkung (für Dein Immunsystem)

Die Zitrone ist allgemein als Vitamin-C-Bombe bekannt. In der Geschichte der Seefahrt wurde sie deshalb lange Zeit auch als Medizin eingesetzt. Dabei ist das nicht der einzige Grund, warum die Zitrone so gesund ist.

Robert Wetzel

Robert ernährt sich seit einigen Jahren vegan. Gesundheit ist für ihn ein wichtiges Thema, den harten Fakten geht er dabei gerne selbst auf den Grund.

Schon im 17. Jahrhundert wusste man um den heilenden Effekt der Zitrusfrucht bei der Seereisekrankheit Skorbut. Das wurde auf den hohen Säuregehalt zurückgeführt. James Lind, ein schottischer Schiffsarzt, führte 1747 eine der weltweit ersten klinischen Untersuchungen durch und belegte die Wirkung von Zitronensaft bei der Therapie von Skorbut. In der Folge wurde die tägliche Einnahme von einer Unze (ca. 28 Gramm) Zucker mit einer Unze Zitronensaft zur Vorschrift für britische Seefahrer. Die Säure als heilende Wirkkomponente zu vermuten, war dabei gar nicht so verkehrt. Doch erst im Jahr 1928 wurde entdeckt, dass die in Zitronen enthaltene Ascorbinsäure mit der Heilung von Skorbut in Verbindung steht. Der Name ist daher auf den therapeutischen Effekt bezogen. Die L-(+)-Ascorbinsäure und ihre Derivate werden unter der Sammelbezeichnung Vitamin C zusammengefasst. Dazu zählen auch Stoffe, die vom Körper zu L-(+)-Ascorbinsäure umgesetzt werden können. Die Zitrone hat ungefähr 53 mg Ascorbinsäure pro Frucht. Bei einer empfohlenen Vitamin-C-Zufuhr von im Schnitt 100 mg pro Tag erweist sich die Zitrone als effizienter Helfer. Die ideale Temperatur, um Zitronen zu lagern, liegt zwischen 4 und 10 Grad. Deshalb gehören Zitronen in den Kühlschrank oder in einen kühlen, trockenen Raum wie zum Beispiel einen Keller. Unter diesen Bedingungen halten sich Zitronen bis zu drei Wochen. Es lohnt sich also immer, welche zuhause zu haben, und es gibt immer eine Möglichkeit, um sie zu verwenden.

Ein Boost für das Immunsystem

Als bekanntes und bewehrtes Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten wird Zitronensaft zum Tee hinzugegeben. Vitamin C ist während Krankheiten, aber auch als präventive Maßnahme dagegen, genau das Vitamin, was Deinem Immunsystem einen Boost gibt. Im Körper fungiert es als Antioxidant und hilft somit oxidativen Stress zu minimieren. Das resultiert in einer schnelleren Wundheilung und beugt Krebs sowie Hirn- und Herzerkrankungen vor. Zudem wirkt Vitamin C antibakteriell und antiviral und stärkt somit zusätzlich die Infektabwehr des Körpers. Die Zitrone im Tee sorgt also nicht nur für einen erfrischenden Geschmack, sondern auch für eine effektive Vorbeugung gegenüber Krankheiten. Aber Vorsicht. Ascorbinsäure ist hitzeempfindlich. Gib die Zitrone erst in das Wasser wenn es auf eine angenehme Trinktemperatur herunter gekühlt ist. Ansonsten geht zu viel Vitamin C verloren.

Nicht nur gegen Krankheit, sondern auch für die Schönheit

Zitronen halten aber nicht nur Dein Immunsystem gesund sondern auch Deine Haut. Vitamin C ist als Cofaktor bei verschiedenen Stoffwechselreaktionen beteiligt. So auch bei der Synthese von Kollagen. Kollagen ist der wichtigste Bestandteil des Bindegewebes und sorgt, wenn ausreichend vorhanden, für gesunde Knochen und Sehnen, gesundes Zahnfleisch und für ein reines Hautbild. Vitamin C ist also zweifach gut für die Haut. Einmal als Antioxidant in der Abwehr gegen UV-Strahlung und einmal in der Beschleunigung der Gewebe-Neubildung während Wundheilungsprozessen durch das Kollagen.

Vitamin C: Der essentielle Baustein Deiner Immunabwehr

Für vegetarische und vegane Ernährungsweisen ist es gut zu wissen, dass Vitamin C für die Eisenaufnahme unabdingbar ist. Eisen ist das am häufigsten vorkommende Spurenelement im menschlichen Körper, mit dessen Hilfe der eingeatmete Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden wird und dadurch weiter verwertet werden kann. Die Rolle von Vitamin C ist es, das Eisen auf seinen Transport vorzubereiten. Ein Glas Orangensaft, Zitronenwasser oder ein anderes Vitamin-C-haltiges Getränk zu einer eisenhaltigen Mahlzeit verbessert dessen Aufnahme ums drei- bis vierfache. Die Aufnahme wird durch Kaffee, schwarzen Tee, Milchprodukte und Eier gehemmt. Bei einer veganen Ernährung wird die Eisenaufnahme noch unkomplizierter, achtest Du darauf, genügend eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel wie Haferflocken, Leinsamen, Quinoa oder Kürbiskerne zu Dir zu nehmen.

Pektin für eine gute Verdauung

Doch auch bei einer fleischlastigen Ernährung sollten Zitronen nicht verschmäht werden. So kann der Abrieb von Zitronenschalen Fleisch- oder Fischgerichte mit einem feinen Aroma versehen. Das ganze schmeckt nicht nur gut, sondern sorgt auch für eine gesunde Verdauung. Das Pektin in der Zitronenschale hat mehrere positive Eigenschaften. So werden damit auch Blutfett- und Cholesterinwerte gesenkt, was den Blutdruck verbessert. Zudem tritt das Sättigungsgefühl durch Pektin schneller ein, was die Zitrone zusätzlich für Diäten mit dem Ziel, Gewicht zu verlieren, interessant macht. Der hohe Säuregehalt in Zitronen hilft dabei, fettige und schwere Speisen besser zu verdauen. Das Pektin, auch zu großen Teilen in der Schale von Äpfeln und anderen Zitrusfrüchten enthalten, ist ein löslicher Ballaststoff, der auch als präbiotisch bezeichnet wird. Das heißt, er wird von den Darmbakterien als Nahrung genutzt, woraus kurzkettige Fettsäuren entstehen, die wiederum von Darmschleimhautzellen als Energiequelle verstoffwechselt werden. Daher unterstützt Pektin eine gesunde Darmflora. Die Zitrone schmeckt zwar säuerlich, wirkt auf den Körper aber basisch. Die Säure wird zu CO2 und Wasser umgesetzt und lässt somit die Mineralstoffe der Frucht übrig. Der am meisten in der Zitrone enthaltene Mineralstoff ist Kalium. Das ist ein Elektrolyt, was bei der Funktion der Zellen eine wichtige Rolle spielt. Ein positiver Elektrolytenhaushalt bringt eine optimale Funktion der Nerven, Muskeln und des Herzens mit sich. Es sollte also regelmäßig durch die Nahrung aufgenommen werden.

Ein einfaches aber raffiniertes Rezept – die Zitronenbutter

Hiermit lassen sich Zitronen auf eine leichte Weise ganzheitlich verwerten, womit ihr volles Potenzial ausgeschöpft werden kann. Zitronenbutter kann ein leckerer Aufstrich sein, passt aber auch gut zu Fleisch- und Fischgerichten. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten und Du kannst auch selbst viel ausprobieren, indem Du Gewürze oder Kräuter dazugibst. Blüten, die ihr eigenes Aroma abgeben, können auch darunter gemischt werden.

Für die Basis benötigst Du:

  • 125 mg Butter, oder als vegane Variante Margarine
  • eine halbe Zitrone
  • einen Teelöffel Salz.

Die Butter oder Margarine wird bei Zimmertemperatur zum schmelzen gebracht, sodass Du die anderen Zutaten leicht damit vermischen kannst. Vor dem Abreiben die Zitrone mit heißem Wasser reinigen und dann über eine feinen Raspel führen. Wem beim Abschmecken noch etwas Zitrusaroma fehlt, kann den Saft der abgeriebenen Zitrone dazugeben. Noch einen Teelöffel Salz in die Menge, das Ganze gut vermischen und für zehn bis zwanzig Minuten im Kühlschrank fest werden lassen. Danach eine Handbreit Küchenfolie auf der Arbeitsfläche ausbreiten, die Butter aus dem Kühlschrank nehmen und in die Mitte der Küchenfolie geben. Jetzt die Zitronenbutter in die Folie einwickeln, auf 2–3 cm Durchmesser aufrollen und an den Enden wie bei einem Bonbonpapier zusammen drehen.

Dieses Rezept bietet sich sehr an, variiert zu werden: Eine Knoblauchzehe, Kräuter wie Petersilie und Dill oder doch – etwas ausgefallener – ein paar getrocknete, feingehackte Lavendelblüten dazugegeben und Du kannst den Geschmack nach Deinem jeweiligen Bedürfnis anpassen.

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