Gesund Grillen – Was gilt es zu beachten?

Die Grillsaison befindet sich zurzeit auf dem absoluten Höhepunkt. In jedem Garten glüht die Holzkohle, während Freunde und Familie beisammensitzen und die gemeinsame Zeit in vollen Zügen genießen. Keine Frage, das sommerliche Grillen ist ein Lebensgefühl. Die lauwarme Abendluft, das Zirpen der Grillen, kühle Getränke und leckeres Essen. Aber so manch einer – und wir zählen uns dazu – fragt sich, ob die Schlemmerei eigentlich gesund ist. Ein klares „Jein“ ist hier die Antwort, denn es ist so wie in den meisten Fällen, das Maß ist entscheidend. Trotzdem haben wir einige hilfreiche Tipps, die wir Dir gerne an die Hand geben, sodass Du mit Freude und gutem Gewissen die Grillzange schwingst.

Melanie Schulz

Melanie hält sich am liebsten in der Natur auf. Ein vernünftiger Konsum und eine nachhaltige Lebensweise liegen ihr sehr am Herzen.

Grillen ist krebserregend – warum das nur bedingt wahr ist

Grundsätzlich ist das Grillen keine ungesunde Art der Zubereitung. Es sei denn Fette, Öle oder Marinade tropfen munter in die Glut. Die Folge dessen sind giftige und krebserregende Stoffe, genauer gesagt polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese kommen leider mit auf den Teller und schon sind eigentlich gesunde Leckereien zu etwas geworden, das – genauso wie die erkaltete Grillkohle – lieber auf dem Müll landen sollte. Ebenso gesundheitsschädlich ist das Grillen von gepökeltem Fleisch. Hierbei bilden sich Nitrosamine, diese sind sogar in hohem Maß krebserregend, deshalb halte Kassler und geräucherten Speck lieber weit weg vom Grillrost. Und noch ein gut gemeinter Rat in Hinblick auf die ohnehin schon umstrittenen Aluminiumschalen und die, in fast jedem Haushalt zu findende, Alufolie. Wir persönlich verzichten der Umwelt zu Liebe darauf, denn deren Herstellung benötigt unglaublich viel Energie. Doch auch die Gesundheit leidet unter diesen Erfindungen. Der Grund ist folgender: Säurehaltige und salzige Lebensmittel sind dazu in der Lage, Aluminiumionen aus der der Schale beziehungsweise der Folie zu lösen und schon verspeist Du die kleinen Aluminiumteilchen mit. Falls Du nicht auf „Helferlein“ verzichten kannst oder möchtest, sind wiederverwendbare Schalen eine fantastische Alternative. Diese haben entweder eine Emaillebeschichtung, andernfalls bestehen sie auch aus Keramik oder Edelstahl. Und noch ein kleiner aber feiner Ratschlag von uns. Wir bitten Dich, nicht das Grillgut mit Bier abzulöschen (und das nicht, weil unsere deutschen Mitarbeiter das für eine Schändung ihres Lieblingsgetränks halten, keine Sorge). Nein, der Grund ist folgender: Dadurch wird Asche hochgewirbelt, die – Du weißt es schon – Deiner Gesundheit schadet. Da sich Asche beim Grillen immerzu auf Deinen Leckerbissen niederlassen kann, ist es wichtig Abstand zwischen Grillrost und Glut herzustellen, mindestens eine Handbreite. Insofern doch mal was verkokelt, einfach abschneiden. Am besten bist Du ein wenig vorsichtig, was das anbelangt und schon steht nichts mehr zwischen Genuss und Grillabend.

Fleisch bitte in Maßen

Mit ziemlicher Sicherheit bist Du Dir dessen schon bewusst: Übermäßiger Fleischkonsum ist grundsätzlich kritisch zu betrachten. Er bietet nicht nur aus gesundheitlicher Sicht Risiken, sondern ist auch aus ethischen Gründen bedenklich. und sind davon überzeugt, dass Du – insofern Fleisch konsumierst – bereits darauf achtest, dass Du vom Bauer deines Vertrauens kaufst. Allerdings ist es auch aus gesundheitlicher Sicht bedenklich, wenn zu viel Fleisch auf dem Speiseplan steht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm an Wurstwaren oder Fleisch pro Woche zu essen. Übrigens wäre dieser Bedarf schon mit zwei bis vier Bratwürsten gedeckt, eine Menge, die bei Nachbar Klaus bereits auf dem ersten Teller landet. Zum Glück ist es längst in den meisten Köpfen angekommen, dass der Genuss von Fleisch bewusst und in Maßen stattfinden sollte. Dennoch ist es vollkommen nachvollziehbar, wenn Dich der Wunsch packt, das eine oder andere saftige Filet zu braten. Doch wenn sich die Fleischeslust auf das Grillgut bezieht, dann wähle Deiner Gesundheit zuliebe besser weißes Fleisch. Dieses ist fettarm und somit viel gesünder als das rote und dazu besonders reich an Proteinen.

Fleischlos glücklich!

Da wir jetzt schon wissen, dass Grillen sich nicht bloß auf Nackensteak und Co beschränkt und laut Gesundheitsexperten auch gar nicht soll, möchten wir uns nun den vegetarischen und veganen Alternativen widmen. Nach wie vor ist der Grillkäse ein Riesenhit, egal ob eingelegt in einer leckeren Kräutermarinade oder pur, er schmeckt einfach wunderbar zum knackigen Salat. Was auch nicht wegzudenken ist, sind selbstverständlich die Gemüsespieße. Und hier sind Deiner Kreativität wirklich keinerlei Grenzen gesetzt. Zucchini, Aubergine, Paprika und Zwiebeln machen sich besonders gut auf dem Grillrost. Doch auch etwas weniger geläufige Gemüsesorten wie Kürbis, Fenchel und Spargel sind ihnen absolut ebenbürtig. Außerdem empfehlen wir Dir, der klassischen Bruschetta ein Update zu verpassen und noch eine cremig-zarte Avocado draufzuwerfen. Was auch nicht aus der Mode kommt, sondern aromatisch daher spaziert, sind Kartoffelecken und – wir schwimmen nach wie vor auf der Geschmackswelle der Namensvetterin mit – Süßkartoffeln. Dazu ein cremiger Dip und es sind keine Wünsche mehr offen. Wer fleischlos glücklich ist und nicht auf den Geschmack verzichten möchte: Heutzutage schmecken die Tofuwürstchen tatsächlich „normal“, das war vor ein paar Jahren noch nicht der Fall. In dieser grauen Vorzeit kann man die vehementen Gegner von Vegetarismus und Veganismus fast verstehen, wenn sie den Fleischersatz entgeistert in eine Serviette spuckten und murmelten, dass ein nasser Schwamm besser schmecken würde. Für all jene haben wir nur einen Tipp, lasst euch überraschen. Die fleischlosen Produkte werden aus einer Vielfalt an Nahrungsmitteln gewonnen, wie zum Beispiel aus Lupine, Austernpilzen, Soja oder Weizen. Und sie sind häufig richtig lecker und können tatsächlich als Alternative durchgehen, so dass selbst Fleischliebhaber auf ihre Kosten kommen! Natürlich ist das Ganze vom persönlichen Geschmack abhängig, da gilt es etwas zu experimentieren. Garantiert ist eins: Jeder kann etwas finden mit dem er mehr als zufrieden ist!

Snacks und Desserts – kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Klar, der Artikel befasst sich hauptsächlich mit dem, was auf dem Grill geschieht, dabei sollte man jedoch nicht aus den Augen verlieren, was daneben serviert wird: Es geht um die beliebten Snacks. Verzichte auf Chips, Pommes und Saucen aus der Tube, das hat einen riesigen Einfluss auf die Gesundheit. Wie wär‘s mit Ciabatta aus Vollkorn, knackigem Gemüse und dazu ein paar Dips wie eine frische Guacamole, reichhaltiger Hummus oder der beliebte Kräuterquark? Oder die altehrwürdigen Maiskolben mit einer würzigen Kräuterbutter. Die sind nahezu jedem wohlbekannt und zudem sehr bekömmlich. Eine köstliche Neuheit ist das Obst vom Grill, unsere heiße Empfehlung sind Mango und Wassermelone, ein kaltes Sorbet und Du hast ein perfektes Dessert. Wer besonders ambitioniert ist, kann sich auch daran versuchen Eis selbst zu machen, wir haben ein gesundes Rezept gefunden, das durch seine Einfachheit und seinen Geschmack besticht. Du findest es hier, falls Du neugierig geworden bist.

Grillen ohne Qualm

Für diejenigen, die es noch gesünder haben wollen und mit voller Kraft auf das Gesundheitspedal drücken: Sich einen Elektrogrill anzuschaffen ist nochmals ein gewaltiger Schritt, mit dem sich Gesundheit und Grillen vereinen lassen. Ein unglaublich überzeugendes Argument ist hierbei Deine Ökobilanz. Elektrogrills sind viel nachhaltiger, erzeugen beim Betrieb keine Luftverschmutzung und keine Asche, die es zu entsorgen gilt. So oder so, Du siehst, dass gesundes Grillen kein Ding der Unmöglichkeit ist, sondern leckere Realität. Also genieße die Grillabende ausgiebig und genüsslich, nimm Dir eine Auszeit und schlemme in der Mittagshitze im Schatten oder in der lauen Abendluft.

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