Ist Bio wirklich besser? – Alle Vorteile auf einen Blick!

Was in den 70ern begann, wurde bis vor Kurzem noch belächelt. Damals waren Menschen, die ins Reformhaus gingen, komisch. Ökos hat man sie genannt. Das Bild, das sie abgaben, war klar. Alternativ, in seltsamen Klamotten, irgendwie hippie-ähnlich. Heute ist das alles gar kein Thema: A) Öko und Bio ist angesagt und B) die alternative Mode ist zurück. Jetzt ist alles anders. Bei den meisten ist der Umweltschutz angekommen und viele möchten sich dafür engagieren. Vor allem durch nachhaltigen Konsum unter fairen Bedingungen. Bio ist besser; diese Meinung teilen seitdem viele. Die meisten erhoffen sich von Bio-Qualität, dass sie besser schmeckt, die Umwelt schont, kleine Bauern unterstützt und somit gegen die großen konventionellen Landwirte vorgeht. Das würde auch die höheren Preise rechtfertigen. Aber stimmt das alles? Ist Bio wirklich besser? Und wenn ja, warum? All diese Fragen werden heute beantwortet!

Melanie Schulz

Melanie hält sich am liebsten in der Natur auf. Ein vernünftiger Konsum und eine nachhaltige Lebensweise liegen ihr sehr am Herzen.

Bio schützt!

Bio steht für den Verzicht auf Chemie. Die kommt weder in den Dünger, noch in das Pflanzenschutzmittel. Also keine Pestizide weit und breit. Und Dein Körper dankt es Dir, denn er muss keine Giftstoffe in sich aufnehmen und sie mühevoll wieder loswerden. Somit sind auch keine gentechnisch veränderten Organsimen im Futter der Bio-Nutztiere. Und natürlich auch nicht in pflanzlichen Bio-Produkten. Du siehst, unter der Herstellung in Bio-Qualität gibt es sehr strenge Richtlinien. Diese werden immer wieder überprüft, und zwar von einer staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstelle, was Dich als Verbraucher schützt. Kein Unternehmen darf einfach so sagen, dass es Bio ist, wodurch Dir nicht das Geld aus der Tasche gezogen wird und Du Dir und Deinem Körper tatsächlich etwas Gutes tust. Das Gütesiegel Bio muss man sich demnach verdienen.

Wir sind sehr froh, dass unsere Produkte das europäische und deutsche staatliche Bio-Siegel tragen dürfen, deren Anforderungen sich aus der EG-Öko-Verordnung ergeben. Das bedeutet, dass mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel

  • nicht zur Konservierung ionisierender Strahlung ausgesetzt werden,
  • nicht durch und mit gentechnisch veränderte/-n Organismen erzeugt werden,
  • nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln erzeugt werden,
  • nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden,
  • nicht mehr als 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten,
  • keine Süßstoffe und Stabilisatoren sowie synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker enthalten und
  • nur in einer Positiv-Liste aufgeführte pflanzliche Verdickungsmittel, Backtriebmittel oder Emulgatoren enthalten.

Eins möchten wir jedoch noch anmerken, wir verwenden aus Überzeugung zu 100 Prozent Bio-Zutaten und begnügen uns nicht mit den geforderten 95 Prozent! Da kennen wir keinen Kompromiss.

Bio-Vorteile beim Gemüse(anbau)

Obst und Gemüse in Bio-Qualität. Ist es wirklich gesünder? Ja, denn der Nährstoffgehalt von Bio-Waren ist deutlich höher als der von konventionell angebauten Produkten. Das führt zudem dazu, dass der Geschmack viel intensiver ist. Hierbei ist die Zeit ein entscheidender Faktor. Die Pflänzchen brauchen sie unbedingt, um zu wachsen und zu gedeihen. Durch die längeren Reifungsprozesse bilden sie mehr Nähr- und Farbstoffe, zudem lagern sie weniger Wasser ein, was zu einem natürlicheren und aromatischen Geschmackserlebnis führt. Im Gegensatz dazu ernten herkömmliche Landwirte ihr Obst und Gemüse meist, bevor es wirklich dazu bereit ist. Das hat zur Folge, dass der hohe Nährwert ausbleibt. Der Grund für ihr Vorgehen sind oftmals lange Transportwege. Auf diesen reifen sie nach und kommen verzehrbereit im Supermarkt an. Profitabel und geschmacklos.

Nachhaltig und natürlich

Überzeugung ist der Motor der Bio-Bewegung. Das betrifft Geschmack und Herkunft. Wir haben bereits erfahren, dass Bio-Obst und -Gemüse besser schmeckt und um ein Vielfaches nährstoffreicher ist. Allerdings hat es noch einen Haufen weiterer Vorteile. Unter anderem verpflichten sich Bio-Bauern dazu, ihre Felder jedes Jahr neu zu bepflanzen und zwar immer mit einer anderen Gemüsesorte. Das führt dazu, dass sich der Boden erholen kann. Denn je nach Gemüse werden dem Boden andere Nährstoffe entzogen. Geschieht das jahrelang, fehlen ihm nach und nach wichtige Mineralien. Und nochmal, weil es eben sehr wichtig ist, im Bio-Anbau wird gänzlich auf Pflanzenschutzmittel verzichtet, zumindest auf chemisch-synthetische Pestizide. Diese kommen in der konventionellen Landwirtschaft ständig vor und bilden eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt, indem sie in den Organismus, die Böden, das Grundwasser und die Nahrung gelangen. Der Gesundheit zuliebe verzichten die biologischen Bauern auf diese Art von Pflanzenschutz, auch wenn das bedeutet, eine geringere Ernte zu riskieren.

Das ist es ihnen wert, denn die Nachhaltigkeit ist ein großes Thema in der Bio-Landwirtschaft. Durch den Verzicht auf Pestizide kommt es zu einem geringeren Energieverbrauch. Im Allgemeinen benötigen Bio-Felder weniger als die Hälfte der Energie von konventionell bestellten Feldern. Genau genommen sind es 7 statt 19 Gigajoule pro Hektar. Und wie Du gerade erfahren hast, ändern die Bauern das Gemüse jährlich, um den Boden zu schonen, dadurch können die Felder viel länger genutzt werden.

Ein weiterer Pluspunkt sind die sogenannten Grüngürtel, diese Flächen liegen zwischen den Feldern und sorgen dafür, dass alles in Balance gehalten wird. Außerdem halten sie Schädlinge auf natürliche Weise von den Feldern fern.

Für das Tierwohl

Auch bei Fleisch ist Bio besser. Natürlich sind viele komplett gegen die Nutztierhaltung und wir können das verstehen, allerdings wird es sich wohl leider vorerst nicht ändern, das tierische Produkte konsumiert werden. Jedoch steht eines fest: Nutztieren, die auf konventionellen Höfen leben, steht grausames bevor. Sie werden mit Futter gemästet, dem Wachstumshormone beigemischt sind, damit sie so schnell es geht möglichst viel Gewicht zulegen. Und das alles geschieht auf viel zu engem Raum. Wegen der schlechten Haltung entwickeln die Tiere schwere Verhaltensstörungen wie extreme Aggressionen. Die Folgen sind dramatisch. Sie verletzen ihre Artgenossen. Es kann sogar dazu kommen, dass sie sich vor Panik tottrampeln. Womit das traurige Ende noch nicht erreicht ist, denn auch die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. Was die naheliegende Konsequenz mit sich bringt, dass ständig Krankheiten unter den Tieren kursieren. Deshalb bekommen sie Antibiotika und andere Medikamente, die sich in ihrem Fleisch ansammeln, was von uns gegessen wird.

Auf Bio-Höfen ist das kein Thema. Hier kümmern sich die Bauern selbst um das Ausmisten, sodass es schön sauber bleibt (so sauber, wie ein Stall eben sein kann). Fehlende Hygiene, der Gebrauch von Hormonen, Antibiotika und anderen Medikamenten sind absolute Tabus. Es wird darauf geachtet, dass es mehr Platz gibt und die Tiere ein relativ naturverbundenes Leben führen. Keines von ihnen soll ausgebeutet werden, das bedeutet, dass sie auch weniger Fleisch, Milch und Eier produzieren. Und das bei einem längeren und erfüllteren Leben. Dadurch ist der höhere Preis gerechtfertigt, der sogar verhältnismäßig gering ist, wenn man bedenkt, wie positiv sich das Ganze auswirkt. Abgesehen davon bewirken teurere Fleischprodukte, dass man seinen Konsum noch mehr hinterfragt und ein größeres Bewusstsein schafft. So wenig wie möglich und wenn, dann nur in Bio-Qualität, ist hier die Devise.

Das fordert Bio

Kuhhaltung

• max. 2 Rinder pro Hektar einer bewirtschafteten Grundfläche und pro Jahr (ein Hektar entspricht einer quadratischen Fläche mit einer Seitenlänge von 100 m, ein typisches Fußballfeld ist etwa 0,7 Hektar groß)
• Stallfläche: mind. 6 m² pro Kuh
• Außenfläche: mind. 8 m²

Schweinehaltung

• max. 14 Schweine pro Hektar einer bewirtschafteten Grundfläche und pro Jahr
• Stallfläche: mind. 0,8–1,5 m² pro Schwein
• Außenfläche: mind. 0,6–1,2 m²

Geflügel:

• max. 16 Tiere pro m²
• max. 140 Legehennen und 280 Masthühner pro Jahr und pro Hektar einer bewirtschafteten Grundfläche

Tiertransport (geltend für alle Nutztiere):

• Transportdauer von maximal 4 Stunden
• Transportweg von höchstens 200 km
• Keine Stromstöße beim Austreiben
• Tiere müssen ausreichend getränkt werden
• Keine schädigenden Beruhigungsmittel

Fazit: Bio ist gesünder

Das beginnt mit dem Verzicht auf Pestizide, dem nährstoffreichen Boden und der Tatsache, dass weder Konservierungsstoffe noch Geschmacksverstärker in der Bio-Philosophie erlaubt sind. Um die Produkte haltbar zu machen, kommen nur naturbelassene Konservierungsstoffe mit ihnen in Berührung. Auch wegen des höheren Nährstoffgehalts lohnt sich Bio. Der Ernährungsexperte Walter J. Crinnion stellte fest, dass unter anderem Vitamin C, Magnesium, Eisen und Phosphor in höheren Mengen vorhanden waren. Diese Nährstoffe haben einen nachweislich guten Einfluss auf unser körperliches Wohlbefinden. Zudem ist auch Bio-Milch nahrhafter als normale, weil sie 57 % mehr Omega-3-Fettsäuren enthält. Denn ungesättigten Fettsäuren wirken sich positiv auf Deine Gesundheit aus. So können sie Deinen Kreislauf stabilisieren und Dich vor koronalen Gefäßerkrankungen schützen. In einer Studie von Harris kam man zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 39 % reduziert ist, wenn die Probanden mit diesen Fettsäuren versorgt sind.

Das Fehlen der Pestizide kommt Dir noch mehr zu Gute als bisher gedacht. Obwohl der Bund die Meinung vertritt, dass der schlechte Einfluss nicht nachgewiesen werden kann, gibt es Stimmen, die genau das behaupten. Laut Greenpeace können Pestizide die Zellteilung stören, Krebs fördern, Allergien auslösen und sogar das Erbgut verändern.

Bio ist außerdem gesünder für die Umwelt. Es setzt auf Nachhaltigkeit, das Wohl der Tiere und Pflanzen. Es gibt definitiv mehr als einen guten Grund, auf Bio umzusteigen. Falls Du nicht schon im selben Boot sitzt (wobei, auch für alle, die es bereits tun) noch einen Tipp: Bei den Siegeln solltest Du genauer hinsehen, denn das „green washing“ sorgt dafür, dass mit dem Bio-Label Schabernack getrieben wird. Oft verstecken sich Konzerne hinter einem grünen Image und selbst erschaffenen Siegeln und Zertifikaten. Deshalb ein paar kleine Tipps in der Info-Box zu vertrauenswürdigen Bio-Siegeln.

Verschiedene Bio-Siegel

Europäisches Bio-Siegel:
Die EU ist Inhaber des Siegels, das seit 2010 besteht. Es wird nur von staatlich zugelassenen Kotrollstellen vergeben. Das Ziel ist die Förderung von biologischer Landwirtschaft und eine klare Regelung. Außerdem möchte die EU dabei helfen, zertifizierte Bio-Produkte schnellstmöglich zu erkennen. Wie Du aus dem Artikel erfahren hast, basieren die Richtlinien des Bio-Siegels auf der EG-Öko-Verordnung. Somit signalisiert es, dass auf künstliche Zusätze und Chemikalien verzichtet und die Nachhaltigkeit gefördert wird. Um das Siegel zu erhalten, ist es erforderlich, dass 95 % der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Mit Hilfe der EU-Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ sollen bis 2030 25 % des EU-Agrarlands ökologisch/biologisch bewirtschaftet werden.

Deutsches staatliches Bio-Siegel:
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist Inhaber des Siegels, das 2001 als geschütztes Markenzeichen ins Leben gerufen wurde. Die Vergabe erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Das Siegel kennzeichnet alle Lebensmittel aus kotrolliert biologischem Anbau. Es hat sich derselben Ökoverordnung verschrieben wie das EU-Siegel und wird häufig in Kombination damit eingesetzt, weil es schon länger existiert und eine größere Bekanntheit genießt.

Demeter:
Inhaber ist der deutsche Öko-Anbauverband Demeter. Sie möchte eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise in landwirtschaftlichen Betrieben verbreiten und glaubt, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb eine individuelle Charakteristik hat. Voraussetzung sind die Kriterien des EU-Siegels, wobei die Forderungen von Demeter noch darüber hinaus gehen, weswegen es besonders empfehlenswert ist. So ist beispielsweise nach den Demeter-Richtlinien die Anbindehaltung von Rindern verboten und die Hörner der Tiere dürfen nicht entfernt werden.

Biokreis:
Der Biokreis ist ein ökologischer Verband, der sich seit 1979 für bäuerliche und regionale Landwirtschaft einsetzt. In vielen Punkten gehen die Richtlinien des Biokreis über die EU-Öko-Verordnung hinaus, so etwa in den Bereichen Stallfläche pro Tier oder Futtermittelzukauf.

Bioland:
Bioland sind 8000 Bio-Landwirte, -Imker und Winzer in Deutschland und Südtirol, die sich zusammengeschlossen haben und demokratisch über Richtlinien und Vorgaben ihres Verbandes bestimmen. Wer sich für Bioland entscheidet, sagt gleichzeitig Nein zu Gentechnik, Massentierhaltung, chemisch-synthetischen Stickstoff-Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Diese gehen – wie auch bei Demeter und dem Biokreis – über den gesetzlichen Mindeststandard für Bio-Lebensmittel hinaus.

Und als kleinen Tipp empfehlen wir Dir die Seite Siegelklarheit, diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle möglichen Siegel auf ihre Nachhaltigkeit zu prüfen und zu vergleichen. Den Link findest Du hier: https://www.siegelklarheit.de/

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