Ran an die Stange! – 10 gute Gründe, warum Du mehr Staudensellerie essen solltest

Selleriestangen in einem Sieb

Am Staudensellerie kommst Du als gesundheitsbewusster Mensch kaum vorbei. Der Hype um das grüne Gewächs ist urplötzlich aufgetaucht und so schnell verschwindet er wohl nicht mehr. Das wollen wir auch gar nicht! Denn für Deine Gesundheit hat er wirklich allerhand tolle Eigenschaften zu bieten. Die Saison des nahrhaften Gemüses hat gerade erst begonnen, von Juli bis Oktober kannst Du es mit dem reinsten Gewissen einkaufen – regional! Allerdings steht Dir der Staudensellerie jederzeit zur Verfügung, weil er das ganze Jahr über angesagt ist. Genau deswegen wollen wir ihm auf den Zahn fühlen. Dass dieses Supergemüse ursprünglich in den Apothekengärten angepflanzt wurde, ist nur ein kleiner Hinweis darauf, wie gesund es ist. Jetzt verraten wir Dir zehn Eigenschaften, die bestimmt dazu führen, dass der Staudensellerie ab jetzt sehr oft auf Deinem Teller landet.

Melanie Schulz

Melanie hält sich am liebsten in der Natur auf. Ein vernünftiger Konsum und eine nachhaltige Lebensweise liegen ihr sehr am Herzen.

1. Nährstoffbombe

Sellerie hat eine Vielzahl an Nährstoffen im Gepäck, dafür verschwindend geringe Mengen von Kohlenhydraten und Fett. Gerade einmal 15 Kalorien hat er pro 100 Gramm, was unter anderem an dem hohen Wasseranteil liegt. Stattdessen gibt es reichlich Vitamin C, Vitamin K, Beta-Carotin, Magnesium, Eisen und Kalium.

Wir sprechen oft von Vitaminen, Spurenelementen und Co., hier eine kleine Übersicht, was die aufgelisteten Inhaltsstoffe überhaupt können.

Vitamin C
Auch Ascorbinsäure genannt. Hilft deinem Immunsystem und verringert Müdigkeit. Vor allem in der dunklen Jahreszeit solltest du dir eine Extra-Portion genehmigen. Übrigens trägt es zu einer gesunden Kollagenbildung bei und unterstützt so das Bindegewebe.

Vitamin K
Die wichtigste Aufgabe zuerst: Ohne dieses Vitamin kann der Körper keine Blutungen stoppen. Mit seinen Gerinnungsfaktoren ist es also lebensnotwendig. Außerdem schützt es vor Kalkablagerungen, reguliert die Zellteilung und unterstützt bei Reparaturprozessen.

Beta-Carotin
Wird zu Vitamin A verarbeitet und ist wichtig für den Sehvorgang und um Schleimhäute sowie Hautzellen aufzubauen.

Magnesium
Mit seiner Hilfe können nicht nur Nervenzellen miteinander kommunizieren, sondern auch Muskelzellen. Der Mineralstoff kümmert sich außerdem um das Herz und unterstützt den Aufbau von Knochen und Zähnen.

Eisen
Dieses Spurenelement ist hauptsächlich für die Zellatmung bedeutsam. Der über die Lunge aufgenommene Sauerstoff wird durch das Eisen an das Hämoglobin (den roten Blutfarbstoff) gebunden und über das Blut durch den gesamten Körper transportiert. Innerhalb der Zellen wird er zur Energiegewinnung genutzt.

Kalium
Dieser Mineralstoff, ein positiv geladenes Ion – oder noch spezifischer Kation –, das in erheblichem Maß daran beteiligt ist, für die Signalweiterleitung zwischen den Zellen zu sorgen. Dort hält es auch die elektrische Spannung aufrecht und unterstützt so die normale Nerven- und Muskelfunktion.

2. Blutdrucksenker

Sellerie steht im Verdacht, eine blutdrucksenkende Wirkung zu haben, und weil er sehr viel Kalium und Nitrat enthält, scheint das auch überaus wahrscheinlich. Gemüse und andere Lebensmittel, deren Nitratgehalt hoch ist, führen zu einem niedrigeren Blutdruck und können somit Bluthochdruckpatienten helfen. Übrigens: Je mehr Gemüse Du zu Dir nimmst, desto besser wirkt sich das auf Deinen Blutdruck aus.

3. Einmal Jugend aus der Flasche bitte!

Wer möchte sie nicht, die strahlende, glatte Haut? Kaum einer wird hier mit “Nein” Antworten. Die Frage ist bloß, um welchen Preis. Regelmäßig Sellerie zu futtern oder zu trinken klingt nach einer sehr annehmbaren Antwort. Dadurch werden sowohl Pickel als auch Akne bekämpft und Deine Haut wird straffer. Zusätzlich stecken im Sellerie Antioxidantien, die Deine Haut vor der bösen UV-Strahlung schützen. Diese schaffen es außerdem mit Unterstützung von Mineralien und Spurenelementen, gegen dünnes Haar und brüchige Nägel vorzugehen.

4. Anti-Krebs

Mit solchen Aussagen sollte man immer vorsichtig sein und wir wollen Dir nicht das Grüne vom Himmel versprechen, doch es gibt durchaus Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass Sellerie im Kampf gegen Krebs ein wertvoller Verbündeter sein könnte. Grund dafür ist das sogenannte Apigenin – ein Pflanzenfarbstoff, der hormonbedingten Brustkrebs nicht nur verlangsamen kann, sondern möglicherweise sogar das Potenzial besitzt, bösartige Tumore zu verkleinern. Zusätzlich schützt Apigenin mutmaßlich vor Brust-, Leber-, Haut-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, Knochen-, Prostatakrebs und Leukämie. Der Pflanzenfarbstoff hemmt vorhandene Tumore in ihrer Aggressivität, drosselt ihr Wachstum und die Zellmigration. Letzteres bedeutet, dass die Krebszellen nicht durch den Körper streifen und Metastasen bilden. Auch bei der Chemotherapie ist Apigenin unter Umständen eine sinnvolle Ergänzung, denn es sorgt dafür, dass der Körper nicht resistent gegenüber Anti-Krebs-Mitteln wird. Ein weiteres Plus: Durch den Wirkstoff könnten Chemotherapien wirksamer werden!

5. Besserer Blutzuckerspiegel

Vorab, die meisten dieser Erkenntnisse basieren auf Studien mit Ratten und es gibt leider noch zu wenige Humanstudien. Dennoch, die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Sellerie wirksam gegen Diabetes ist und diabetischen Komplikationen vorbeugt. Diese Thesen werden damit untermauert, dass Sellerie Wirkstoffe wie Flavonoide, Phenole und ätherische Öle enthält, denen eine antidiabetische Wirkung nachgesagt wird. Eine aktuelle Studie konnte die positiven Effekte auf den Blutzuckerspeigel von Diabetikern beobachten.

angeschnittener Staudensellerie

6. Steigerung der Fruchtbarkeit

Sellerie steigert die Libido. Obwohl es keine Studien gibt, die das einwandfrei bestätigen, widersprechen Wissenschaftlicher dieser Annahme nicht. Aufgrund des hohen Gehalts an ätherischen Ölen ist es nämlich durchaus möglich, dass die Lust davon profitiert. Zusätzlich soll er dabei behilflich sein, die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Zumindest behaupten das 13 von insgesamt 16 Studien. Also ran an den Stängel!

7. Energie-Spender

Natürlich kennst Du diese Tage, an denen alles viel zu stressig ist. Deadlines im Job, Erziehung und Co können zuweilen ganz schön schlauchen. Nichts zu essen ist keine Option und doch passiert es gerade dann, wenn wir durch den Tag hetzen, weil wir befürchten, dass es sonst kein morgen gibt. Das Ganze ermattet zusätzlich. Falls Dir so etwas bevorsteht, bereite etwas Staudensellerie vor. Dieser wird Dein treuer Begleiter und hält Dich fit. Durch seine Elektrolyte regt er Deine Gehirntätigkeit an und verbessert die Blutzirkulation.

8. Entgiftung pur

Das grüne Gemüse ist eine hervorragende Hilfe für Blase und Nieren, denn es ist im Stande, die Gefäße zu weiten. So werden Blase, Nieren und Leber ordentlich durchblutet, was wiederum dazu führt, dass sie noch fleißiger sind. Sie laufen auf Hochtouren und schleusen Umweltgifte und Krankheitserreger aus Deinem Körper.

9. Hilfe für die Leber

Sellerie ist tatsächlich befähigt, die Enzymarbeit der Leber zu verstärken und dort gespeichertes Fett abzubauen. Damit diese positiven Effekte eintreten, solltest Du tagtäglich 200 bis 300 Gramm Sellerie zu Dir nehmen. Erscheint erstmal viel, doch wir erinnern Dich gerne daran, dass Sellerie-Saft eine höhere Nährstoffdichte besitzt. Somit sollte das kein Problem sein.

10. Gegen Demenz und Depression

Immer wieder faszinierend, wie die richtige Nahrung unseren Körper gesundhält. Vorhin haben wir Dir bereits verraten, dass in Sellerie der Pflanzenfarbstoff Apigenin enthalten ist. Dieser hilft nicht „nur“ gegen Krebs. Nein, er ist auch dazu im Stande, das Gehirn dabei zu unterstützen, neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu knüpfen. Das hat positive Effekte auf die Lernfähigkeit und das Gedächtnis. Zudem bewahrt es Dich vor Demenz und zu guter Letzt ebenfalls vor Depressionen. Wenn das mal keine gute Laune macht!

ACHTUNG: Nierenkranke, Schwangere und Allergiker! Letztere sollten selbstverständlich gänzlich auf den grünen Saft verzichten. Nierenkranke und Schwangere sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Unser Tipp: Sellerie aus Resten nachwachsen lassen

Aus den Resten Deiner Stauden kannst Du Dir ganz einfach neues Gemüse ziehen! Dazu solltest Du vom Strunk noch mindestens 5 cm übrig lassen. Dann stellst Du ihn einfach für 5 bis 7 Tage in ein Glas mit Wasser, das Du in dieser Zeit mindestens einmal austauschen solltest. Anschließend verpflanzt Du den Sellerie in einen Topf mit Erde oder in Deinen Garten. So wird er innerhalb weniger Wochen Wurzeln ausbilden und bald auf seine alte Größe heranwachsen.

Du siehst, Sellerie ist zurecht ein Klassiker! Selbst wer seine vielen positiven Eigenschaften mit einer gewissen Skepsis betrachtet, kann wohl kaum bestreiten, dass wir es hier mit einem gesunden Gemüse zu tun haben. Im Zweifelsfall lässt sich die Wirkung ja problemlos im Selbstversuch ergründen, denn eines ist wohl klar: Schaden kann der Verzehr der grünen Stangen allemal nicht.

Wenn Du Staudensellerie gerne in Deinen Speiseplan integrieren möchtest aber etwas knabberfaul bist, probier es doch einmal mit einem erfrischenden Selleriesaft. Hinzu kommt hierbei, dass Du schnell und einfach eine konzentrierte Menge an Nährstoffen zu Dir nehmen kannst.

Falls Dir der Saft mal ausgeht und noch ein paar Stangen übrig sind, kannst Du dieses Rezept ausprobieren. Wir ermuntern Dich dazu, denn wie Du weißt gibt es mehr als genug gute Gründe, warum er in einer ausgewogenen Ernährung eine der Hauptrollen bekommen sollte!

Rezept: Waldorf-Salat

Für das Dressing:

  • 150 ml Sonnenblumenöl
  • Drei Eigelb (Vegane Alternative: Ei-Ersatzpulver, Kartoffel- und Maisstärke)
  • Einen TL Dijon-Senf
  • Den Saft einer Bio-Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer

Für den Salat:

  • 250 g Staudensellerie
  • 250 g Knollensellerie
  • 250 g Apfel
  • 20 g Walnüsse
  • Den Saft einer Bio-Zitrone

Leckerer Salat in 4 Schritten

Schritt 1

Zunächst wird der Staudensellerie geputzt und eventuelle Fäden entfernt. Danach schneidest Du die Stangen in dünne Scheiben (natürlich nicht der Länge nach, sondern quer). Das obere Grün legst Du für die Garnitur beiseite. Danach schälst Du den Knollensellerie, halbierst ihn und hobelst ihn in feine Streifen.

Schritt 2

Nun wäschst Du die Äpfel, viertelst sie, entfernst das Kerngehäuse und schneidest sie anschließend in dünne Scheiben.

Schritt 3

Danach vermischst Du Sellerie, Äpfel und grob gehackte Walnusskerne in einer Schüssel. Damit nichts davon eine bräunliche Färbung annimmt, gibst Du den Zitronensaft darüber.

Schritt 4

Zu guter Letzt wirfst Du Sonnenblumenöl, Eigelb, Zitrone und Senf in ein hohes Gefäß und vermengst die Zutaten mit einem Stabmixer. Nur noch etwas Salz und Pfeffer dran und über den Salat geben. Fertig!

Rezept-Inspiration von: https://www.edeka.de/rezepte/rezept/waldorfsalat.jsp

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